Das Trumpfquartett Länder Europas besteht aus einer Auswahl von 32 großen, bevölkerungsreichen und geschichtlich sowie wirtschaftlich bedeutenden Ländern des geografischen Europas. Die fernen Länder rund um den Globus kommen in einem weiteren Trumpfquartett vor. Neben einem Foto von einer Besonderheit oder einer klassischen Landschaft des Landes sind zusätzliche Informationen des jeweiligen Landes auf den Spielkarten angegeben. Beispielsweise, dass die Schweiz das dichteste Schienennetz und den längsten Tunnel der Welt hat. Außerdem findet man von jedem Land die Flagge und die Telefonvorwahl. Eine kleine geografische Übersichtskarte neben den Kategorien zeigt dem Spieler wo sich das Land befindet. Links unten auf jeder Karte stehen die anderen Mitglieder des Quartetts, um auch ganz klassisch Quartett spielen zu können. Die Zuordnung der Quartette hat keine feste Bedeutung. Soweit es möglich war, wurden die Länder nach Regionen zu Quartetten zusammengefasst. Getrumpft wird mit folgenden Kategorien: Einwohner, Fläche, Bevölkerungsentwicklung pro Jahr, Happy Planet Index, Bruttoinlandsprodukt und Urbanisierung.

Länder Europas

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Nachdem Einwohner, Fläche und Bevölkerungsentwicklung relativ selbsterklärende Kategorien sind, bedarf es für die drei anderen Kategorien jedoch kleine Erläuterungen:


Bruttoinlandsprodukt (BIP):
„Das BIP gibt den Gesamtwert aller Güter, d. h. Waren und Dienstleistungen an, die während eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft als Endprodukte hergestellt wurden, nach Abzug aller Vorleistungen“ (Wikipedia). Hinweis für Experten: Es wurde für dieses Spiel das nominale BIP der Länder ausgewählt.


Happy Planet Index (HPI):
Ein Land schneidet bei diesem Index gut ab, wenn es glückliche Menschen mit einer hohen Lebenserwartung hat und gleichzeitig die Umwelt schont. Dieser Wert wird noch verfeinert, indem auch die Ungleichheit der Ergebnisse mit eingerechnet wird: Wenn also in einem Land viele sehr reiche und gesunde Menschen und gleichzeitig viele sehr arme Menschen mit niedriger Lebenserwartung leben, dann drückt das den Wert des HPIs nach unten. Der Happy Planet Index erweitert also die rein wirtschaftliche Betrachtung eines Landes, welche durch das Bruttoinlandsprodukt gegeben ist. Interessanterweise schneiden durch diese zusätzlichen Parameter Industriestaaten wie z.B. die USA im internationalen Vergleich sehr schlecht ab. Die Menschen dort haben zwar sehr viel, die meisten Konsumgüter haben aber keine Auswirkung auf das Wohlbefinden. Gleichzeitig verbrauchen sie aber für ihren Lebensstil unglaublich viele Rohstoffe und produzieren ihre Güter auf Kosten der Umwelt. Menschen in lateinamerikanischen Ländern beispielsweise leben verhältnismäßig einfach aber trotzdem gesund und glücklich, wodurch sie im internationalen Vergleich beim HPI sehr gut abschneiden. Wie der HPI genau ermittelt wird und welche Kritikpunkte es gibt wird u.a. sehr gut auf Wikipedia beschrieben: https://de.wikipedia.org/wiki/Happy_Planet_Index


Urbanisierung:
In diesem Spiel wird unter der Kategorie Urbanisierung folgendes verstanden: Die Veränderung des Verhältnisses von städtischer zu ländlicher Bevölkerung im letzten halben Jahrhundert (seit 1960). D.h. je höher die Urbanisierung in diesem Spiel ist, desto mehr Menschen haben in den letzten Jahrzenten die ländlichen Regionen des entsprechenden Landes verlassen oder verlassen müssen. Wenn z.B. im Jahre 1960 50 % und heute 80 % der Menschen eines Landes in Städten (Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern) gewohnt haben, dann hat dieses Land einen Wert für die Urbanisierung von + 30 Prozentpunkten. Es wird also nur die Veränderung betrachtet, der absolute Wert des Verhältnisses von städtischer zu ländlicher Bevölkerung spielt hier keine Rolle. In vielen Ländern ist es kein gutes Zeichen, wenn viele Menschen in sehr kurzer Zeit die ländlichen Regionen verlassen (Stichwort Landflucht). Eine zu schnelle Verstädterung hat oft negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensqualität der Menschen, wenn diese z.B. gezwungen sind über viele Jahre in armen Vororten auszuharren, bis sie im urbanen System Anschluss gefunden haben. Aus diesen Gründen gewinnt in diesem Spiel bei der Kategorie Urbanisierung laut Spielregel der niedrigere Wert, was mit dem Pfeil nach unten gekennzeichnet ist. Dies ist die subjektive Bewertung und Empfehlung des Entwicklers von Wendels Kartenspiele und darf gerne auch andersherum gespielt werden, denn die Urbanisierung wird auch als Indikator für Industrialisierung gesehen. D.h. sie spiegelt den Wandel von landwirtschaftlich geprägter, einfacher Bevölkerung zur arbeitsteiligen hochentwickelten Gesellschaft wieder, was durchaus als positiv zu bewerten ist.

Spielkategorien

             Obwohl die Daten in größter Sorgfalt recherchiert wurden, kann der Entwickler von Wendels Kartenspiele keine Haftung für die Richtigkeit der Daten geben. Zum Spielen und zur Wissensanregung reichen die Daten vollkommen aus, für eine wissenschaftliche Arbeit müssen sie natürlich noch einmal eigens überprüft werden. Die Daten stammen zum größten Teil aus den Jahren 2016 und 2017. Um Verbesserungen, Empfehlungen und Feedback jeglicher Art  wird herzlich gebeten, hierfür bitte folgende Email-Adresse verwenden:

holzwendelin@gmail.com

 
Spielanleitung

Nachdem die Karten gemischt und verteilt sind und von jedem Spieler gestapelt so in der Hand gehalten werden, dass nur er die oberste Karte sieht, beginnt derjenige der die 1A in seinem Stapel hat. Er wählt eine Kategorie aus und liest diese vor, z.B. Einwohner. Die Mitspieler lesen dann reihum auch die Einwohner vor. Wer den höchsten Wert hat gewinnt die Karten dieser Runde und steckt sie unter seinen Stapel und darf die nächste Runde eröffnen. Bei der Urbanisierung (Veränderung des Verhältnisses Stadt- zu Landbevölkerung seit 1960) gewinnt der niedrigste Wert. D.h. wenn viele Menschen die ländlichen Regionen verlassen haben, wird das in diesem Spiel als kein gutes Zeichen eines Landes angesehen. Ein hoher Happy Planet Index (HPI) zeigt, dass das Land umweltfreundlich ist und gleichzeitig glückliche Menschen hat. Hier gewinnt der höhere Wert. Angeleuchtete Angaben sind Supertrümpfe, also von keiner anderen Karte zu schlagen. Nachdem der erste Spieler alle seine Karten verloren hat, zählt jeder die Anzahl seiner Karten. Der mit den meisten Karten hat gewonnen. Man kann auch mit dem Titelblatt spielen, es wird mit vermischt und gilt dann als Trumpf ohne Rücksicht auf die Werte und kann nur von Supertrümpfen gestochen werden. Es kann auch ganz klassisch Quartett gespielt werden: Es gibt 8 Quartette, die jeweils oben links mit einer Eckzahl 1-8 und den Buchstaben A-D gekennzeichnet sind. Links unten stehen die anderen 'Mitglieder' des Quartetts der entsprechenden Karte. Man braucht mindestens drei Spieler, und der links vom Kartengeber Sitzende beginnt nach einer Karte, die er zur Bildung eines Quartetts sucht, zu fragen. Man darf so lange die anderen Mitspieler fragen bis einer die verlangte Karte nicht hat. Dieser ist nun dran, usw. Sieger ist, wer die meisten Quartette hat.